/ˈdʒɛndɐ ˈdeːta ɡɛp//

Der Gender Data Gap bezeichnet eine systematische Datenlücke, die entsteht, wenn Daten überwiegend oder ausschließlich über männliche Lebensrealitäten erhoben, ausgewertet und als allgemeiner Standard verwendet werden. Dadurch werden die Bedürfnisse, Körper, Erfahrungen und Lebenssituationen anderer Geschlechter – insbesondere von Frauen und nicht-binären Menschen – unzureichend berücksichtigt oder unsichtbar gemacht. Diese Lücke kann zu strukturellen Benachteiligungen führen, da Entscheidungen in Bereichen wie Medizin, Stadtplanung oder Technik auf unvollständigen oder verzerrten Datengrundlagen basieren.
Beispiele:
• Medizin: Symptome von z.B. Herzinfarkten wurden lange vor allem anhand männlicher Patienten definiert, wodurch Herzinfarkte bei Frauen häufiger später erkannt werden.
• Sicherheitsausstattung: Crashtest-Dummys basieren oft auf durchschnittlichen männlichen Körpermaßen, wodurch Sicherheitsrisiken für andere Körperformen höher sein können.
• Stadtplanung: Verkehrsplanung orientiert sich häufig an linearen Arbeitswegen (Wohnung–Arbeitsplatz), während komplexere Wege (z. B. mit Care-Arbeit) weniger berücksichtigt werden.
• Technologie: Sprach- oder Gesichtserkennungssysteme funktionieren bei männlichen Nutzern statistisch oft zuverlässiger, wenn Trainingsdaten unausgewogen sind.