/ʁaˈsɪsmʊs/
Rassismus bezeichnet ein System von Vorstellungen, Praktiken und Strukturen, das Menschen aufgrund zugeschriebener biologischer oder kultureller Merkmale hierarchisiert und ungleich behandelt.
Der Begriff „Rasse“ ist wissenschaftlich nicht haltbar; Rassismus funktioniert jedoch, indem er soziale Unterschiede biologisiert oder essentialisiert.
Ebenen des Rassismus
1. Individueller Rassismus
Vorurteile, Diskriminierungen oder feindselige Handlungen einzelner Personen.
2. Institutioneller Rassismus
Benachteiligungen durch Routinen, Regeln oder Verfahren in Organisationen (z. B. Bildungssystem, Wohnungsmarkt).
3. Struktureller Rassismus
Gesellschaftlich verankerte Macht- und Ressourcenungleichheiten, die historisch gewachsen sind und sich reproduzieren.
Rassismus wirkt durch Normalisierung, Stereotypisierung und Exklusion. Er beeinflusst Bildungswege, Arbeitsmarktchancen, politische Teilhabe und soziale Sicherheit.
Beispielhafte Mechanismen
• Diskriminierung bei Bewerbungen
• Polizeiliche Kontrollpraxis
• Mediale Darstellungsmuster
• Ungleiche Vermögensverteilung
Rassismus ist nicht nur individuelles Fehlverhalten, sondern ein historisch gewachsenes Macht- und Ordnungssystem, das soziale Hierarchien reproduziert.