/reɪ̯p ˈkʌltʃə/
Rape Culture (Vergewaltigungskultur) bezeichnet gesellschaftliche Strukturen, Diskurse und Normalisierungen, die sexualisierte Gewalt verharmlosen, relativieren oder indirekt begünstigen.
Zentrale Merkmale
• Victim Blaming („Warum war sie dort?“)
• Täterzentrierte Argumentationen („Er konnte sich nicht kontrollieren“)
• Bagatellisierung („War doch nicht so gemeint“)
• Sexualisierte Medieninszenierungen ohne Konsens-Darstellung
Der Begriff stammt aus feministischen Analysen der 1970er Jahre und beschreibt nicht, dass Gewalt allgemein akzeptiert wird, sondern dass bestimmte Narrative Gewalt begünstigen oder deren Wahrnehmung verzerren.
Rape Culture verschiebt Verantwortung von Täter*innen zu Betroffenen, senkt Anzeigequoten und stabilisiert Machtgefälle. Sie beeinflusst auch juristische und mediale Diskurse.
Der Begriff ist analytisch zu verstehen: Er beschreibt strukturelle und kulturelle Rahmenbedingungen, nicht individuelles Verhalten allein.