/ʁeˌpʁodʊkˈtsi̯oːnsˌaʁbaɪ̯t/

Reproduktionsarbeit bezeichnet alle Tätigkeiten, die notwendig sind, um das tägliche Leben von Menschen aufrechtzuerhalten und die gesellschaftliche Arbeitskraft zu erhalten oder zu erneuern. Sie umfasst insbesondere unbezahlte Sorge-, Pflege- und Hausarbeit.
Reproduktionsarbeit steht im Gegensatz zur sogenannten Produktionsarbeit, die auf den Markt ausgerichtet und entlohnt ist. Während Produktionsarbeit Güter und Dienstleistungen erzeugt, sorgt Reproduktionsarbeit dafür, dass Menschen versorgt, sozialisiert und arbeitsfähig bleiben.
Typische Tätigkeiten
• Kinderbetreuung und Erziehung
• Pflege von Angehörigen
• Kochen, Putzen, Wäsche
• Emotionale Unterstützung (mentale und affektive Sorgearbeit)
• Organisation familiärer Abläufe („Mental Load“)

Historisch wurde Reproduktionsarbeit überwiegend Frauen zugeschrieben und als „natürliche“ Aufgabe im privaten Raum verortet. Dadurch blieb sie ökonomisch unsichtbar, obwohl sie eine grundlegende Voraussetzung für jede Volkswirtschaft darstellt. Ohne Reproduktionsarbeit gäbe es keine arbeitsfähigen Personen und keine soziale Stabilität.
Wirkungsweise und strukturelle Folgen
• Ungleiche Verteilung von Erwerbs- und Sorgearbeit
• Teilzeitquoten und Einkommensunterschiede
• Altersarmutsrisiko
• Geringere Repräsentation in Führungspositionen
Reproduktionsarbeit ist daher zentral in Debatten um Gleichstellung, Care-Ökonomie und soziale Gerechtigkeit.