/ˈeːblɪsmʊs/
Ableismus ist ein gesellschaftliches Macht- und Bewertungssystem, das körperliche und geistige Fähigkeiten normiert und Menschen mit Behinderungen oder chronischen Erkrankungen systematisch abwertet, ausschließt oder bevormundet. Er beruht auf der Annahme, dass ein bestimmter körperlicher oder kognitiver Zustand als „normal“, „leistungsfähig“ oder „vollwertig“ gilt, während Abweichungen als Defizit konstruiert werden.
Ableismus wirkt auf mehreren Ebenen:
• individuell (z. B. abwertende Sprache, Mitleidslogik, Infantilisierung),
• institutionell (fehlende Barrierefreiheit, Ausschluss vom Arbeitsmarkt),
• strukturell (Leistungsnormen, Produktivitätsideale, medizinische Dominanzperspektiven).
Er zeigt sich nicht nur in offener Diskriminierung, sondern auch in gut gemeinter Bevormundung oder im Fehlen von Zugänglichkeit.